01.02.2010 / wün
8 Teilnehmer - 8 Medaillen, davon die Hälfte Gold! Das kann sich erstmal sehen lassen, obwohl man dieses sehr gut klingende Ergebnis relativieren muss: Gegen Mirschi wollte in Schmalkalden niemand kämpfen und Judith brauchte für ihren einzigen Kampf keine Minute... Egal, dass soll das Resultat nicht schmälern, Gold ist Gold.
Mit etwas mulmigem Gefühl starteten wir unser Unternehmen "Tour durch den tief verschneiten Winterwald", konnten im Ziel jedoch aufatmen. Die Straßen auf der Strecke waren im Großen und Ganzen gut geräumt und wir optimal durchgekommen. Valerians Kleinbus hatte seine Judo-Feuertaufe mit Bravour bestanden. Nun waren die Sportler gefragt. Das war die totale Symmetrie: 8 Judoka, davon je 4 AK u20 bzw. u17, davon je zweimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze!
Beginnen wir mit den Älteren:
Neu-U-20er Nils Valerian (-55 kg) verlor zwar seinen ersten Kampf gegen Popow (TuS Jena), aber hinter dem Gelbgurt steckte ein russischer Sambo- und Judo-Kämpfer, der in seiner Heimat wesentlich höher graduiert war, was aber hier nicht anerkannt wurde. Gegen den Ilmenauer Schulze (Festhalte) und Kottoev aus Nordhausen (Würge) konnte unser "Judoka des Jahres 2009" dann aber wie gewohnt auftrumpfen. Platz 2 ist ein ordentlicher Einstieg in die neue Altersklasse!
Benjamin Klöpfel (-66 kg), einer unserer Titelverteidiger, besiegte im ersten Kampf den Gothaer Seib durch Festhalte, unterlag dann im Prestige-Duell seinem Erzrivalen Steve Wilhelm aus Schmalkalden mit Waza-ari, um sich dann gegen Austin (Auma) die Bronzemedaille und damit die wichtige Qualifikation für die MDEM in 3 Wochen zu sichern.
Julian Dimitrovici (-81 kg), unser Arnstädter, machte es gegen seine beiden Schmalkalder Gegner May und Triebel spannend, besiegte sie aber schlussendlich doch mit Ippon und holte sich nach zweimal Silber in Folge nun endlich den begehrten Titel.
Dominic Mirsch (+100 kg) hatte sich vor zwei Wochen in Jena eine Schulterverletzung zugezogen und sich erst kurzfristig für einen Start bei den LEM entschieden. Wie gut - somit qualifizierte er sich als erfolgreicher Titelverteidiger für Leipzig und konnte mangels Gegnerschaft seine Schulter schonen. In 3 Wochen sollte sie auskuriert sein.
Nun zu den "Kleinen":
Adam Bekbusarow (-60 kg) hatte eine 16 Mann starke Gewichtsklasse erwischt und mehr Mühe in seinen Kämpfen als erwartet. Nach einem Freilos sorgte er aber in seinem Auftaktkampf gegen Schmidt (Erfurter JC) mit Sankaku-waza ebenso für die Entscheidung wie auch im Folge-Duell gegen den Heringer Seifert, den der Kaukasier mit Yoko-guruma bezwingen konnte. Im gutklassigen Finale stand Adam, wie im Vorjahr, wieder einmal der Schmöllner Schmidtke gegenüber. Unmittelbar nachdem unser Mann mit Yuko in Führung gegangen war, übernahm der Ostthüringer dessen Bewegung und zog mit Waza-ari vorbei. Die Entscheidung fiel dann dank einer Blitzreaktion im Boden zugunsten des Schmöllners, der Adam mit einer ganz starken Festhalte besiegen konnte.
Den stärksten Eindruck des Tages hinterließ Thary Martin (-66 kg). Nach Ippon-Siegen gegen den Sonneberger Karius (Hiza-guruma) und die beiden Schmalkalder Schüblein (Yoko-guruma) und Kiel (Hiza-guruma) zog er als Pool-Erster ins Halbfinale ein, wo er Menz (Erfurter JC) nach einem harten Kampf mit Waza-ari-awasete-Ippon bezwang. Das Finale wurde, wie schon bei Adam, ein Leckerbissen: Weder Thary noch sein Gegner Szurgot (Schmalkalden) schenkten sich etwas. Dann jedoch setzte unser Turkmenistan-Import einen sehr hohen O-soto-gari als Konter an und konnte ihn, dank seines starken Kuzushi, siegreich zum Abschluss bringen. 5 Kämpfe - 5 x Ippon: Thary ist ein würdiger Landesmeister!
Unser Schwergewicht Michael Voigt (+90 kg) bleibt leider unser Sorgenkind. Wie schon vor 2 Wochen in Jena ging er auf die Matte, ohne auch nur einen Hauch von Siegeswillen erkennen zu lassen... Seine beiden Gegner Nitz (Schmölln) und Tiede (Mattenteufel Erfurt) hatten daher keine Schwierigkeiten mit ihm. Wann endlich fängt Micha an zu kämpfen???
Last, but not least, Judith Angermann (+78 kg), unsere einzige "überlebende" Kämpferin der Jahrgänge 1989-1994(!). Wie so oft hatte sie kaum Gegnerschaft: Die Bad Liebensteinerin Kaufmann stellte sich als Einzige dem Duell und verlor es nach sehr kurzer Zeit durch einen linken O-soto-gari.
Fazit: Von den 8 PSV-Judoka, die in Schmalkalden auf die Matte gegangen sind, haben 7 bewiesen, dass sie fit für die Mitteldeutschen Meisterschaften am 20. (AK u17) bzw. 21.02. (AK u20) in Leipzig sind.
Was danach kommen wird... Warten wir's ab!
Wie stets allen Siegern und Medaillengewinnern nochmals an dieser Stelle unseren herzlichen Glückwunsch!